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PV-Anlagen
(30 Begriffe)Schnell erklärt, klar strukturiert: alle wichtigen Begriffe zu Modulen, Wechselrichtern, Batteriespeichern, Planung und Wirtschaftlichkeit. Damit verstehst du Angebote, erkennst Fehler und kannst Preise realistisch vergleichen.
kWp(Kilowattpeak, Kilowatt-Peak, Peakleistung, Nominalleistung)
kWp (Kilowattpeak) misst die Spitzenleistung einer PV-Anlage unter Standard-Testbedingungen (STC: 1.000 W/m² Einstrahlung, 25°C Zelltemperatur). In Österreich erzeugt 1 kWp im Jahr grob 900–1.200 kWh – abhängig von Ausrichtung, Neigung und Standort. Für ein Einfamilienhaus sind typischerweise 8–12 kWp sinnvoll. Die kWp-Angabe ist entscheidend für die Dimensionierung der Anlage, die Wirtschaftlichkeitsberechnung und den Vergleich verschiedener Angebote. Achte darauf, dass Angebote die kWp-Leistung klar ausweisen und nicht nur die Modulanzahl nennen.
kWh(Kilowattstunde)
Kilowattstunden (kWh) geben an, wie viel Energie über die Zeit verbraucht oder erzeugt wird. Beispiel: Ein 2.000-W-Wasserkocher, der 0,5 Stunden läuft, benötigt 1 kWh. Ein durchschnittlicher österreichischer Haushalt verbraucht etwa 3.500–5.000 kWh pro Jahr. Bei PV-Anlagen ist die kWh-Erzeugung entscheidend für die Wirtschaftlichkeit: Je mehr kWh deine Anlage produziert, desto höher ist dein Eigenverbrauch und damit deine Ersparnis. Die kWh ist auch die Basis für Stromtarife, Einspeisevergütungen und die Berechnung der Amortisationszeit.
Wechselrichter(Inverter, PV-Wechselrichter)
Der Wechselrichter ist das Herzstück der PV-Anlage: Er wandelt den Gleichstrom (DC) der Module in netzkonformen Wechselstrom (AC) um, optimiert den Betriebspunkt durch MPP-Tracking, überwacht die Anlage kontinuierlich und speist normgerecht ins Netz ein. Bei der Auswahl sind Leistung, Anzahl der MPP-Eingänge, Effizienz (typ. 96–98%), Garantiedauer (10–15 Jahre) und Kompatibilität mit Batteriespeichern entscheidend. Ein hochwertiger Wechselrichter kann die Erträge um 5–10% steigern und ist damit eine wichtige Investitionsentscheidung.
Kostengünstig und effizient, ideal bei homogenen Dächern ohne starke Verschattung. Mehrere MPP-Tracker helfen, unterschiedliche Strings optimal zu regeln.
Hybrid-Wechselrichter(Hybrid Inverter, Batteriewechselrichter (Hybrid))
Hybride WR kombinieren PV-Einspeisung und Speicheranbindung. Das spart Platz, Kosten und vereinfacht spätere Speicher-Upgrades.
Mikros optimieren jedes Modul einzeln und reduzieren Verschattungsverluste. Sinnvoll bei komplexen Dächern, jedoch höhere Stückkosten.
MPP-Tracker(Maximum Power Point Tracker, MPPT)
MPPT passt Spannung und Strom kontinuierlich an, um unabhängig von Einstrahlung und Temperatur die bestmögliche Leistung zu erzielen.
DC / AC(Gleichstrom/Wechselstrom)
Module liefern Gleichstrom (DC). Der Wechselrichter wandelt ihn in netzkonformen Wechselstrom (AC) um. Planung und Sicherheit unterscheiden sich je Seite.
DC/AC-Ratio(Überdimensionierung, DC/AC-Verhältnis)
Typisch 1,2–1,4:1. Höhere Ratio erhöht Erträge bei niedriger Einstrahlung, senkt aber Spitzenleistung. Wichtig für Wirtschaftlichkeit und Netzanschluss.
PV-String(String, Modulstring)
Strings werden parallel an den Wechselrichter angeschlossen. Planung nach Spannung, Strom und Verschattung. Falsche Stringplanung kostet Ertrag.
Modulwirkungsgrad(Modul-Effizienz, Zellwirkungsgrad)
Aktuell 19–23 % bei Standardmodulen, bis 25 % bei Premium. Höherer Wirkungsgrad = mehr Leistung pro Fläche, aber teurer. Für kleine Dächer relevant.
Degradation(Leistungsabfall, Linearleistungsgarantie)
Typisch 0,3–0,6 % pro Jahr. Hersteller garantieren meist 80 % Leistung nach 25 Jahren. Linearleistungsgarantie schützt vor überproportionalem Abfall.
PERC = Standard, TOPCon = effizienter, HJT = Premium. Unterschiede in Wirkungsgrad, Kosten und Degradation. Für Endkunden: TOPCon bietet beste Preis-Leistung.
Blindleistung / cos φ(Blindleistungskompensation, Leistungsfaktor)
Wechselrichter können Blindleistung bereitstellen (Netzstabilität). cos φ nahe 1 = optimal. Bei großen Anlagen Pflicht, bei Kleinanlagen optional.
Eigenverbrauch bezeichnet den Anteil des selbst erzeugten PV-Stroms, den du direkt im Haushalt nutzt. Je höher der Eigenverbrauch, desto wirtschaftlicher die Anlage, da du teuren Netzstrom vermeidest. Ohne Speicher liegt der Eigenverbrauch typischerweise bei 25–40%. Durch Lastverschiebung (Waschmaschine, Geschirrspüler tagsüber nutzen), Smart-Steuerung und vor allem einen Batteriespeicher lässt sich die Quote auf 60–80% steigern. Jede selbst genutzte kWh spart dir die Differenz zwischen Strompreis (ca. 20–30 Cent/kWh) und Einspeisevergütung (ca. 7–10 Cent/kWh).
Autarkiegrad(Autarkie, Selbstversorgungsgrad)
Ohne Speicher meist 25–40 %, mit Speicher 60–90 % möglich – abhängig von Verbrauchsprofil, PV-Größe und Steuerung.
In Österreich erfolgt Vergütung über Tarife der OeMAG oder Lieferanten. Bei hohen Marktpreisen attraktiv – sonst Eigenverbrauch priorisieren.
STC / NOCT(Standard-Testbedingungen, Nominal Operating Cell Temperature)
STC = Laborstandard; NOCT nähert Praxis. Reale Erträge sind niedriger als STC, NOCT-Werte geben praxisnähere Orientierung.
Qualitativ gute Module degradieren langsam. Effekte wie PID oder Hotspots lassen sich durch gute Komponenten und Montage minimieren.
Bifaziale Module(bifacial, beidseitig aktive Module)
Sinnvoll bei reflektierenden Flächen (z. B. helles Dach, Kies). Statik, Montage und Ertragsmodellierung beachten.
Batteriespeicher(PV-Speicher, Solarbatterie, Stromspeicher)
Ein Batteriespeicher speichert den überschüssigen PV-Strom für die spätere Nutzung und steigert damit den Eigenverbrauch und Autarkiegrad erheblich. Die Dimensionierung erfolgt nach Lastprofil, PV-Größe und Tarifmodell. Typisch sind 5–10 kWh Speicherkapazität für Einfamilienhäuser. Die Wirtschaftlichkeit hängt von Investitionskosten (ca. 800–1.200 €/kWh), Zyklenzahl (6.000–10.000 bei 80% Restkapazität), Entladetiefe (DoD), Wirkungsgrad (85–95%) und Förderungen ab. Mit Speicher steigt der Eigenverbrauch von 30% auf 60–80%, was die Amortisationszeit verkürzt.
📦 Blackout oder höhere Autarkie?
Wir prüfen, welcher Speicher wirklich zu deinem Verbrauch passt – und ob der Preis fair ist.
Speicher-Angebot prüfen →C-Rate(C-Rate, Entladerate)
Eine C-Rate von 0,5C bedeutet: komplette Ladung/Entladung in 2 Stunden. Relevanz für Leistungsspitzen und WR-Kompatibilität.
DoD / SoC(Depth of Discharge, State of Charge)
Größere DoD erhöht nutzbare Energie, belastet aber Zellen. Hersteller geben zulässige DoD und Zyklen an – wichtig für Garantie.
Qualitätsindikator für Batterien. Gute Speicher erreichen 6.000–10.000 Zyklen bei 80 % Restkapazität. Wichtig für Lebensdauer und Wirtschaftlichkeit.
Ersatzstrom ≠ Voll-Insel. Kosten/Nutzen abwägen: Umschaltzeiten, Phasenbalance und WR-Leistung sind entscheidend.
📦 Blackout oder höhere Autarkie?
Wir prüfen, welcher Speicher wirklich zu deinem Verbrauch passt – und ob der Preis fair ist.
Speicher-Angebot prüfen →Netzbetreiber regelt Anmeldung, Zähler und Rücklaufsperre. Kosten fair prüfen – oft pauschal überhöht.
PV-Förderung(PV-Zuschuss, Photovoltaik-Förderung)
OeMAG: Bis 285€/kWp für Anlagen bis 20 kWp. Zusätzlich Landesförderungen (z. B. Wien, NÖ, OÖ). Antrag vor Installation, Förderhöhe abhängig von Anlagengröße.
PV-Anlage(Photovoltaik-Anlage, Solaranlage, PV-System)
Besteht aus Solarmodulen, Wechselrichter, Montagesystem und optional Batteriespeicher. Standard-Größe für Einfamilienhaus: 8–12 kWp.
Wird in Modulen zusammengefasst und auf Dächern installiert. In Österreich erzeugt 1 kWp etwa 1.000–1.200 kWh/Jahr.
Dynamische Stromtarife(Variable Stromtarife, Flexible Tarife, Spotmarkt-Tarife)
Strompreis passt sich stündlich dem Marktpreis an. Bei hoher PV-Einspeisung (Mittag) niedrige Preise, bei hoher Nachfrage (Abend) höhere Preise. Ideal für PV-Besitzer mit Batteriespeicher: Günstig laden, teuer verkaufen.