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🇦🇹 Österreich · TCO 20 Jahre

Heizsystem-Vergleich Österreich: WP vs Gas vs Pellets vs Öl

Total Cost of Ownership über 20 000 kWh/Jahr Heizenergie · Preise Stand 2026-05-28 · Förderstand 2026-09-16

📌 Kurzantwort

Bei einem Einfamilienhaus mit 20 000 kWh Jahresheizenergie ist das günstigste System über 20 Jahre die Luft-Wasser-Wärmepumpe mit 70 598 € Gesamtkosten — gefolgt von Sole-Wasser-Wärmepumpe (75 439 €). Wichtig: die Reihenfolge ändert sich nicht nur mit dem Heizenergiebedarf, sondern auch mit künftigen Energiepreis-Annahmen.

TCO-Ranking nach 20 Jahren

RangSystemInvestition nettoEnergie p.a.Wartung p.a.TCO 20 J.
1Luft-Wasser-Wärmepumpe
WP Luft
26 000 €
brutto 26 000, Förderung 0
1 474 €250 €70 598 €
2Sole-Wasser-Wärmepumpe
WP Erdsonde
38 000 €
brutto 38 000, Förderung 0
1 244 €200 €75 439 €
3Pellets-Heizung
Pellets
22 000 €
brutto 22 000, Förderung 0
1 739 €450 €77 731 €
4Gas-Brennwertkessel
Gas
11 000 €
brutto 11 000, Förderung 0
2 316 €250 €78 226 €
5Hybrid (Wärmepumpe + Gas)
Hybrid
22 000 €
brutto 22 000, Förderung 0
1 934 €380 €81 568 €
6Öl-Brennwertkessel
Öl
13 000 €
brutto 13 000, Förderung 0
2 581 €350 €89 343 €

Annahmen: 3 % jährliche Energiepreis-Steigerung, 20 Jahre Horizont. Förderung (Stand September 2026): Bundesförderung Kesseltausch 2026 ausgeschöpft, daher 0 € eingerechnet; Landesförderung nicht eingerechnet (beim Land prüfen).

Welches System passt zu welchem Haus?

Luft-Wasser-Wärmepumpe

Entzieht der Außenluft Wärme. Außengerät + Innenmodul, keine Bohrung. Häufigster Typ im EFH-Bestand seit 2022.

Passend für: EFH mit Vorlauf ≤ 55 °C (Fußbodenheizung oder größere Heizkörper), Hülle mind. teilsaniert

Sole-Wasser-Wärmepumpe

Erdsonde 80–150 m tief, Sole-Gemisch zirkuliert. Konstante Quellentemperatur ~10 °C → höchste Effizienz.

Passend für: Grundstück mit Genehmigungsmöglichkeit, langfristige Nutzungsperspektive

Gas-Brennwertkessel

Klassische Gas-Heizung mit Brennwerttechnik. Bei Bestandsanlagen rentabel solang Gasanschluss vorhanden und kommunale Wärmeplanung Gas zulässt.

Passend für: unsanierter Altbau mit hohen Vorlauftemperaturen, kurze Restnutzungsdauer

Öl-Brennwertkessel

Klassische Ölheizung mit Brennwerttechnik. In AT/DE seit 2023/24 weitgehend ausgeschlossen für Neuinstallation in Bestand.

Passend für: kein Gasanschluss, kein Förderzugang, vorhandener Öltank — Übergangslösung

Pellets-Heizung

Holzpellets in Speicher + automatische Beschickung. Vor allem in Holzregionen (OÖ, NÖ, Stmk, Bayern) starke Tradition.

Passend für: Lagerraum verfügbar, Holzregion mit gutem Pelletmarkt, hohe Vorlauftemperaturen ok

Hybrid (Wärmepumpe + Gas)

Luft-WP übernimmt 80–90 % der Heizarbeit, Gasheizung springt bei Spitzenlast (sehr kalte Tage, Warmwasser). Brückentechnologie für unsanierten Altbau.

Passend für: Altbau mit hohen Vorlauftemperaturen, Gasanschluss vorhanden, Sanierung in 5–10 Jahren geplant

Annahmen im Detail

  • Heizenergiebedarf: 20 000 kWh/Jahr — entspricht einem mittel sanierten EFH ~150 m².
  • Energiepreise 2026: Strom 28 ct/kWh, Gas 11 ct/kWh, Pellets 8 ct/kWh, Öl 12 ct/kWh (Durchschnitt Haushalte ohne Spezialtarife).
  • Energiepreis-Steigerung: 3 % p.a. — moderate Annahme. Bei stärkerer Steigerung verbessert sich die WP-Position weiter, bei schwächerer Gas/Öl.
  • Effizienz: Luft-WP JAZ 3,8 · Sole-WP JAZ 4,5 · Gas-Brennwert 95 % · Pellets 92 % · Öl-Brennwert 93 %.
  • Förderung: Bundesförderung Kesseltausch 2026: Budget seit 10.07.2026 ausgeschöpft, keine neuen Registrierungen; für 2027 sind 179 Mio € angekündigt, Details folgen. Daher 0 € eingerechnet (Referenz 2026: WP 7.500 €, Holz 8.500 €, max. 30 %). Landesförderungen je Bundesland – beim Land prüfen.
  • Wartung: WP 200–250 €/Jahr · Gas 250 €/Jahr · Pellets 450 €/Jahr (Ascheentleerung, Reinigung) · Öl 350 €/Jahr.
  • Nicht enthalten: CO₂-Bepreisung (steigt bei Gas/Öl deutlich), Strompreis-Boni für Wärmepumpenstrom (in DE oft 22–25 ct), Reparaturen außerhalb der Lebensdauer.

Tipps für die Entscheidung

  • Hülle vor Heizung sanieren. Eine Wärmepumpe in einem ungedämmten Altbau (Vorlauftemperatur ≥ 60 °C) ist ineffizient — JAZ fällt auf 2,5 statt 3,8. Erst dämmen (siehe Sanierungskosten), dann WP.
  • Kommunale Wärmeplanung prüfen. Viele Städte schließen Gas-Neuinstallation ab. In Deutschland gilt das GEG mit 65-%-Erneuerbar-Pflicht ab Anschluss an Wärmenetz. In Wien faktisch ausgeschlossen seit 2023.
  • PV-Anlage parallel. Eine Wärmepumpe lohnt sich finanziell noch deutlich mehr in Kombination mit einer PV-Anlage — der WP-Strom kommt teilweise vom eigenen Dach.
  • Förderfristen kennen. In Deutschland: Klimageschwindigkeits-Bonus (16 %) sinkt ab 01.02.2027 halbjährlich um 4 Prozentpunkte und entfällt für Anträge ab 01.08.2028. Aktuell wechseln ist günstiger als später.

Weiterführend

Stand: Preise 2026-05-28, Förderung 2026-09-16. Energiepreise sind Marktbeobachtungen und schwanken regional. Verbindliches Angebot nur über Fachbetrieb. TCO-Rechnung ist ein Modell — individuelle Faktoren (Anlagengröße, Verschattung, Standort, Stromtarif) können das Ergebnis ±15 % verschieben.