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🇦🇹 Österreich · Sanierung

Was kostet ein Fenstertausch im Einfamilienhaus in Österreich?

Stand: 28.5.2026 · Lesezeit ~6–10 min

📌 Kurzantwort

Ein Fenstertausch in einem österreichischen EFH (15–20 Fenster, 3-fach-Verglasung) kostet 12.000–28.000 €. Kunststoff am günstigsten (12.000–16.000 €), Holz-Alu am teuersten (22.000–28.000 €). Förderbar über Sanierungsbonus + Bundesland-Wohnbauförderung; effektive Förderquote 25–40 %.

Preisspanne

12 00028 000

15–20 Fenster EFH (3-fach-Verglasung, inkl. Einbau)

Der Fenstertausch ist meist die erste Maßnahme einer thermischen Sanierung — alte Fenster sind oft die undichtesten Stellen der Gebäudehülle und der Tausch ist mit relativ überschaubarem Aufwand machbar (1–2 Wochen Bauzeit, kein Auszug nötig). Für ein durchschnittliches Einfamilienhaus mit 15–20 Fenstern liegen die Kosten 2026 in Österreich zwischen 12.000 und 28.000 € schlüsselfertig.

Die Preisspanne erklärt sich vor allem über das Rahmenmaterial: Kunststoff am günstigsten, Holz mittel, Holz-Alu am langlebigsten und teuersten. Plus die Verglasung: 3-fach mit U-Wert ≤ 0,9 W/m²K ist für Förderung zwingend. Plus die Einbauqualität — und genau hier wird oft am falschen Ende gespart. Ein perfektes Fenster schlecht eingebaut ist energetisch wertlos. Schauen wir uns Materialien, Kosten und die richtige Einbaupraxis im Detail an.

Welches Rahmenmaterial: Kunststoff, Holz oder Holz-Alu?

Kunststoff (PVC) — der Massenmarkt. Mehrkammerprofile (6–8 Kammern) mit Stahlverstärkung. U-Werte 1,0–1,2 W/m²K (Rahmen). Vorteil: günstig, wartungsfrei, gute Wärmedämmung. Nachteil: optisch schwächer, schwierig zu reparieren, Lebensdauer 30–40 Jahre. Standard für 70 % der EFH-Fenstertausche.

Holz — Klassiker, vor allem in denkmalgeschützten Häusern oder im Holzbau. Lärche/Fichte häufigste Hölzer. U-Werte 1,1–1,3 W/m²K. Vorteil: natürliches Material, reparierbar, optisch hochwertig. Nachteil: regelmäßige Wartung (Anstrich alle 4–8 Jahre), bei Westseite stärker beansprucht.

Holz-Alu (Verbundfenster) — Holz innen (warm, optisch), Aluminium außen (wartungsfrei, witterungsbeständig). U-Werte 0,8–1,0 W/m²K. Vorteil: Beste Kombination aus Optik, Effizienz, Wartungsarmut. Nachteil: 30–50 % teurer als Kunststoff. Lebensdauer 50+ Jahre, Wiederverkaufswert hoch.

Aluminium — selten im EFH (eher Bürobau). Schmale Profile möglich, aber Wärmebrückenproblematik (Thermoschnitt nötig). Nur sinnvoll wenn architektonisch erwünscht (große Glasflächen).

Empfehlung: Für 80 % der EFH-Sanierungen ist Holz-Alu die beste Wahl wenn das Budget reicht — Mehrpreis ~30 % gegenüber Kunststoff, dafür 15–20 Jahre längere Lebensdauer und keine Wartung. Bei Budget-Beschränkung Kunststoff von etabliertem Hersteller (Internorm, Josko, Actual, Kneer-Südfenster).

Welche Verglasung erfüllt die Förderbedingungen?

Förderbedingung in Österreich 2026: U-Wert des gesamten Fensters (Uw) ≤ 0,9 W/m²K, Verglasung (Ug) ≤ 0,6 W/m²K. Das bedeutet praktisch:

3-fach-Wärmeschutzverglasung — Standard. Argon- oder Krypton-Füllung. Drei Glasscheiben, zwei Beschichtungen. Ug 0,5–0,7 W/m²K. Zertifikate ift Rosenheim oder ähnlich vom Hersteller verlangen.

Funktionsglas-Optionen: - Sonnenschutzglas (Westseite, Süd-Dachfenster) — reduziert sommerliche Aufheizung, ~ +20 €/m² - Schallschutzglas (Stadtlage, Bahn-Nähe) — 6+ dB zusätzlich, ~ +30 €/m² - Sicherheitsglas (Erdgeschoss, Einbruchschutz) — VSG/RC2, ~ +25 €/m² - Wärmeschutzglas mit Edelgas-Krypton (extreme Effizienz) — Ug 0,3–0,4, ~ +50 €/m²

Nicht förderfähig: 2-fach-Verglasung (auch wenn billig), schmale Aluminium-Profile ohne thermische Trennung, einfache Glasscheiben.

Einbauqualität — der unterschätzte Hauptfaktor

Ein U-Wert-Topfenster mit schlechtem Einbau ist energetisch wertlos. Die häufigsten Einbaufehler:

Fensteranschlag-Wärmebrücken. Wenn der Fensterrahmen direkt im ungedämmten Mauerwerk steht, bildet sich an der Leibung eine Kondensatzone — Schimmel garantiert. Lösung: Vorwandmontage (Fenster außerhalb der Dämmebene) oder Leibungsdämmung.

Falsche Abdichtung. "RAL-Montage" ist heute Standard: innen luftdicht, außen schlagregendicht, dazwischen Dämmebene. Wer nur Bauschaum spritzt, riskiert Tauwasserbildung im Mauerwerk.

Schief eingebaut. Bei billigen Montagen sind Fenster oft 1–3 mm schief — funktioniert anfangs, aber Beschläge und Dichtungen verschleißen ungleichmäßig. Lebensdauer halbiert.

Falsches Maß. Aufmaß muss VOR Bestellung gemacht werden — bei Bestandsgebäuden meist nicht alle Fenster gleich groß. Pauschalbestellungen führen zu nachträglichen Kürzungen/Verbreiterungen.

Praxistipp: RAL-Gütezeichen-Monteur wählen (zertifiziert), Aufmaß durch Hersteller selbst machen lassen, schriftliche Garantie auf Einbauqualität (typisch 5 Jahre).

Wie viel Förderung gibt es für Fenstertausch?

Fenstertausch ist sowohl als Einzelmaßnahme als auch im Rahmen einer thermischen Sanierung förderbar:

Bundesförderung — kein eigener Topf für reinen Fenstertausch. Der Sanierungsbonus belohnt umfassende Sanierung; Fenstertausch alleine zählt als Teilmaßnahme mit reduzierter Förderquote (15–20 %).

Bundesländer: - Wien (THEWOSAN): bis 30 % bei Komplettpaket - Niederösterreich: Direktzuschuss oder Annuitätenzuschuss - Oberösterreich: Sanierungszuschuss - Steiermark: Ökoförderung - alle Bundesländer haben Programme — komplette Übersicht

Steuerliche Behandlung: der reduzierte Mehrwertsteuersatz für Sanierungsleistungen gilt nicht in Österreich (in DE schon). Aber Sanierungsaufwendungen können steuerlich als Sonderausgaben oder Werbungskosten (vermietet) wirken — Steuerberater fragen.

Lohnt sich Fenstertausch ohne sonstige Sanierung?

Energetisch nur eingeschränkt — alte Fenster sind oft NICHT der größte Schwachpunkt eines Altbaus. Beispielrechnung:

Unsaniertes EFH 150 m², Baujahr 1970: 30.000 kWh Heizenergie/Jahr. - Fensterfläche typisch 18–24 m² (15 % der Hüllfläche) - Wärmeverlust über Fenster: ~25 % = 7.500 kWh/Jahr - Mit neuen 3-fach-Fenstern: Verlust reduziert um 50 % → Ersparnis 3.750 kWh/Jahr - Bei 11 ct/kWh Gas: ~412 €/Jahr Heizkostenersparnis

Bei Investition von 18.000 € minus 25 % Förderung = 13.500 € Eigenanteil: Amortisation 32 Jahre.

Im Komplettpaket (Fassade + Dach + Heizung) sieht es deutlich besser aus, weil Synergie-Effekte hinzukommen: einheitlicher U-Wert der Hülle, keine Wärmebrücken, Wärmepumpe arbeitet effizient.

Wann lohnt sich Fenstertausch trotzdem solo? - Bestehende Fenster sind undicht/marode (Komfortgewinn + Schallschutz) - Einscheibige Verglasung (Baujahr vor 1980) - Schallschutz-Anforderungen (Stadtlage, Bahnlinie) - Wertsteigerung beim geplanten Verkauf

Kostenaufschlüsselung

KomponenteKostenAnmerkung
15 Standard-Fenster Kunststoff 3-fach, Einbau12.000–16.000 €
20 Fenster Holz18.000–24.000 €
20 Fenster Holz-Alu mit Funktionsglas22.000–28.000 €
Eingangstür hochwertig2.500–4.500 €
2 Balkontüren2.500–4.000 €
Leibungsdämmung + Putz-Reparatur1.500–3.500 €
Rollladenkasten-Dämmung800–2.000 €

Beispielrechnungen

VarianteKostenrahmenAnmerkung
15 Fenster Kunststoff 3-fach12.000–16.000 €
20 Fenster Holz-Alu mit Funktionsglas22.000–28.000 €
Inkl. Eingangstür + 2 Balkontüren+ 4.000–7.000 €

Vergleich der Varianten

MaterialPreis pro FensterU-Wert (Uw)LebensdauerWartung
Kunststoff600–900 €0,9–1,130–40 J.wartungsfrei
Holz900–1.300 €1,0–1,240–50 J.Anstrich alle 4–8 J.
Holz-Alu1.200–1.700 €0,8–0,9550+ J.wartungsfrei
Aluminium (Thermoschnitt)1.300–1.800 €0,9–1,150+ J.wartungsfrei

💶 Passende Förderungen (6)

Aktuelle Programme für Österreich, passend zu Sanierung / Fenster. Verbindlich ist immer die offizielle Quelle.

Alle österreichischen Förderungen für Sanierung ansehen →

Häufige Fehler

  • ⚠️ Schlechter Einbau

    RAL-Montage ohne Wärmebrücken ist Pflicht. Bauschaum-Only führt zu Tauwasser und Schimmel.

  • ⚠️ Falsche Förderreihenfolge

    Fenstertausch als Einzelmaßnahme bringt nur 15–20 % Förderung. Im Komplettpaket 30–40 %.

  • ⚠️ Aufmaß durch Verkäufer statt Monteur

    Verkäufer überprüft das Maß nicht persönlich — Folge: Fenster passen nicht.

  • ⚠️ Rollladenkasten vergessen

    Größte Wärmebrücke bei Altbauten. Bei Fenstertausch IMMER mitdämmen.

  • ⚠️ Discount-Hersteller ohne Zertifikate

    Förderung verlangt ift-Rosenheim oder gleichwertige Prüfberichte. Discount-Importware oft ohne.

Häufige Fragen

Wie viele Fenster hat ein typisches EFH?

Einfamilienhaus 120 m² Wohnfläche: 12–16 Fenster. EFH 150–180 m²: 15–20 Fenster. Plus 1–3 Türen (Eingang, Terrasse, Balkon).

Was ist der Unterschied 3-fach zu 2-fach-Verglasung?

3-fach: U-Wert (Ug) 0,5–0,7 W/m²K. 2-fach: 1,1–1,4. Mehrkosten 3-fach: ~30 €/m². Bei moderner Sanierung Standard, bei einfachem Tausch kann 2-fach reichen — aber nicht förderbar.

Welche Fenstermarken sind in Österreich Premium?

Internorm (Marktführer), Josko, Actual, Kneer-Südfenster, Schüco. Alle bieten Holz-Alu-Modelle und liefern österreichweit. Vorteil gegenüber Importware: Service-Netz und Ersatzteile garantiert.

Brauche ich Bauantrag für Fenstertausch?

Bei gleichen Maßen und ähnlicher Optik in der Regel nicht. Bei deutlichen Änderungen (größere Öffnungen, andere Farben, Bodentiefe Fenster, Dachfenster) oft genehmigungspflichtig. Bei denkmalgeschützten Häusern immer Rücksprache mit Bundesdenkmalamt.

Wie lange dauert der Fenstertausch?

Reine Montagezeit: 1–3 Tage für 15–20 Fenster (Tausch ohne Bauänderung). Mit Leibungsdämmung + Putzarbeiten: 1–2 Wochen.

Begriffe im Glossar

Quellen & Stand

Letzte Verifikation: 28.5.2026. Preise sind Marktbeobachtungen aus dem DACH-Raum 2026. Verbindliches Angebot nur über Fachbetrieb.

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